Chronik der SG Schimborn

Den Fußballsport kannte man in Schimborn schon 1923. Ältere Ortsbürger können sich noch daran erinnern. Seitdem, hauptsächlich aber in den Jahren von 1927 bis 1933 konnten vor allem durch die Initiative der jeweiligen ortsansässigen Lehrer immer mehr Interessenten für den Sport gewonnen werden. Zu einem organisierten Verein war es aber nicht gekommen.

Um die Jahreswende 1945/46 beschlossen Heeg Erhard, Debes Willhelm, Röll Anton, Gilmer Adam, Heeg Rudolf und Heeg Alois und mehrere Fußballfreunde einen Sportverein zu gründen und erhielten dazu durch Hartmann Josef, dem von der US-Militärregierung eingesetzten Landrat, die Lizenz. Verantwortliche Lizenzträger waren Kempf Gustav, Heeg Rudolf und Heeg Alois. Sie waren in den Jahren bis 1948 auch die ersten Vorsitzenden. Das die Gründer den Verein damals „Freien Sportverein Schimborn“ nannten, läßt erkennen, wie sehr man Freiheit unmittelbar nach dem Krieg zu schätzen wußte.

Durch die tatkräftige Unterstützung von Hartmann Josef, der in diesen Jahren auch Bürgermeister von Schimborn war, wurde unter schwierigsten Verhältnissen das alte Sportgelände am Wald geschaffen. Im Jahre 1948 übernahm Geier Franz das Amt des 1. Vorsitzenden. In seine Amtszeit fällt die Gründung einer Tischtennisabteilung durch Rosenberger Adolf. Als Heeg Hugo die Vereinsleitung übernommen hatte, wurde bald darauf der Freie Sportverein (FSV) in Sportgemeinde (SG) umbenannt. Im gleichen Jahr wurde von Kourimsky Albert eine Turn- und Leichtathletik-Abteilung ins Leben gerufen. Nun hatte die SG eine Fußball-, Tischtennis- und Leichtathletik-Abteilung.

Damit waren aber Einsatz und Idee noch nicht erschöpft. 1954, in der Amtszeit von Röll Adam, ergriff Pfaff Willi die Initiative und gründete noch einen Spielmannszug. Die Ausbildung wurde Junker Willibald aus Strötzbach übertragen, der diese Aufgabe lange Jahre mit Erfolg versah. Die Tischtennisabteilung hat sich dann 1957 selbstständig gemacht und einen eigenen Verein, den heutigen Tischtennis-Club gegründet. Ein Jahr später lösten sich die Turn- und Leichtathletik-Abteilung wieder auf. 1955 hatte nochmals Heeg Hugo den 1. Vorsitz übernommen. Von 1956 bis 1958 leitete Dr. Kreß Bernhard den Verein. 1958 folgte Brückner Eduard, welcher die Erweiterung des alten Sportplatzes auf die heutige Größe veranlasste. Neun Jahre später wurde Brückner Fridolin 1. Vorsitzender, nach ihm wieder für ein Jahr Brückner Eduard. Von 1969 bis 1976 leitete Gries Wilhelm die Geschicke des Vereins. Während dieser Zeit – und zwar 1970 – erfolgte die Eintragung ins Vereinsregister. Von 1977 bis 1990 stand mit einjähriger Unterbrechung (1978 Brückner Fridolin) Ledergerber Hans an der Spitze der SG Schimborn. In den Jahren 1990 und 1991 übernahm Reuter Willi die Vereinsführung. 1992 wurde er von Winter Wolfgang abgelöst, der das Amt bis 1996 begleitete. Ihm folgte wieder Willi Reuter der dann bis 2008 erster Vorsitzender war. Ihm folgte wieder Wolfgang Winter der bis heute an der Spitze der SG Schimborn steht.

Nachdem 1945 mit vollem Eifer der Spielbetrieb begonnen wurde und man durch Freundschaftsspiele mit benachbarten Vereinen und Mannschaften des Kreises Aschaffenburg zu Ausdauer und Festigkeit gelangte, stellte sich in Spieljahr 1946/47 der erste große Erfolg ein. Die Meisterschaft in der B-Klasse war errungen und der Aufstieg in die A-Klasse geschafft. 1951/52 konnte der Aufstieg wiederholt werden. Diesmal konnte sich die Mannschaft zwei Jahre in dieser Klasse halten. Nach dem Abstieg aus der A-Klasse konnte im folgenden Spieljahr der 2. Platz in der B-Klasse errungen werden, der zum Aufstieg in die A-Klasse berechtigte. Die Zugehörigkeit zu dieser starken Gruppe währte jedoch nur ein Jahr. Im Jahre 1956/57 schaffte die 1. Mannschaft ungeschlagen die B-Klassen-Meisterschaft, konnte sich jedoch in der A-Klasse wiederum nur ein Jahr halten und stieg wiederum in die B-Klasse ab, wo sie bis zum Spieljahr 1966/67 verblieb. In diesen Jahren erfolgte erstmals der Abstieg in die C-Klasse. Im Spieljahr 1969/70 gelang durch das Erringen des 2. Platzes der Wiederaufstieg in die B-Klasse, wo sich die Mannschaft bis zum Jahr 1973 halten konnte. Seitdem spielte sie wiederum in der C-Klasse.

In der Saison 1984/85 belegte die Mannschaft in der C-Klasse Aschaffenburg-West den 2. Tabellenplatz, scheiterte jedoch im Aufstiegsspiel knapp an Waldaschaff. 1986 wurde dann der ersehnte Wiederaufstieg in die B-Klasse Alzenau durch einen Sieg im Relegationsspiel gegen Großwelzheim errungen. 1989 steig sie wieder in die C-Klasse ab. Im Jahre 1994 konnte nach mehreren Anläufen der direkte Aufstieg in die B-Klasse Alzenau geschafft werden und dazu wurde die Mannschaft in diesem Jahr erstmals Marktpokalsieger des Marktes Mömbris. Leider mussten wir dann 4 Jahre später wieder den Gang in die C-Klasse antreten. Den Wiederaufstieg konnte wir dann im Jahre 2001 feiern nachdem unsere Mannschaft im Relegationsspiel in Wasserlos die DJK Kahl besiegen konnte. Drei Jahre später folgte wieder der Abstieg und im gleichen Jahr konnten wir in Schimborn zum zweiten Mal den Marktpokalsieg feiern. Es dauerte wieder bis zum Jahre 2011 bis wir den letzten Aufstieg feiern konnten. In zwei von unserer Mannschaft hervorragend gestalteten Spielen konnten wir in der Relegation in Wenighösbach die TV Aschaffenburg und dann in Mömbris Feldkahl schlagen.

Besonders hervorzuheben sind hier auch die Erfolge des AH-Mannschaft die 1989, 1993 und 1995 Marktpokalsieger des Marktes Mömbris wurde.

Auch die Jugendmannschaften haben Erfolge auszuweisen. 1950/51 errang die A-Jugend die Gruppenmeisterschaft. 1967/1968 erzielte die neugegründete C-Jugend die Gruppenmeisterschaft und 1969/70 wurde sie sogar Kreismeister. 1978 wurde die A-Jugend Gruppenmeister und scheiterte erst im Endspiel um die Kreismeisterschaft an Bayern Alzenau. Zwei Jahre später wurde die A-Jugend dann Kreismeister und stieg damit in die Kreisklasse auf, wo sie sich allerdings nur eine Saison halten konnte. Die A-Jugend wurde 1987 Marktpokalsieger, genau wie die C-Jugend, die 1983 und 1987 den Marktpokalsieg feiern konnte. Die B-Jugend errang 1988 als Spielgemeinschaft mit Blankenbach die Meisterschaft und schaffte somit den Aufstieg in die Kreisliga. Die D-Junioren wurden ebenfalls 1988 zusammen als Spielgemeinschaft mit Königshofen Meister ihrer Klasse. Im Jahre 1994 kam noch ein sehr großer Erfolg für die D-Junioren, mit dem 2. Platz bei der Unterfränkischen Hallenmeisterschaft, hinzu. Die F-Junioren erkämpften sich die Meisterschaft in den Jahren 1990 und 1991. Die E-Junioren schafften dies auch zweimal hintereinander und zwar in den Jahren 1991 und 1992.

Die letzten größeren Feste feierte man 1970 mit dem 25-jährigen Gründungsfest, verbunden mit großem Spielmannszugtreffen und 1974 mit dem Fest „20 Jahre Spielmannszug SG Schimborn“. 1974 wurde eine Damengymnastikgruppe gegründet die noch heute existiert und nach wie vor von Ruth Rosenberger geführt wird. Eine Unglaubliche Leistung der höchster Respekt gebührt. Im Jahre 1976 erfolgte dann die Trennung vom Spielmannszug.

Bereits ein Jahr zuvor wurde mit dem Bau des Vereinsheimes begonnen, welches im Jahr 1978 fertig gestellt wurde. Nachdem 1979 am alten Sportplatz die Trainingsbeleuchtung erstellt wurde, begann man noch im Herbst des gleichen Jahres mit den Rodungsarbeiten am neuen Sportplatz, wo dann im Jahr 1980 die Erdarbeiten durchgeführt wurden. 1984 wurde der neue Sportplatz eingesät. 1986 wurde die neue Sportanlage eingeweiht und das 40-jährige Vereinsjubiläum gefeiert, u-a. mit einem Einlagespiel einer Kreisauswahl gegen den FSV Frankfurt.

1987 konnte die SG Schimborn die australische Jugendnationalmannschaft begrüßen, die auf unserem neuen Sportgelände ein Spiel gegen eine Aschaffenburger A-Jugend-Kreisauswahl bestritt. 1988 war die SG Schimborn Ausrichter des Marktpokalturnieres. 1989 konnte die AH-Abteilung ihr 25-jähriges Bestehen feiern. 1994 feierte die Damengymnastikgruppe im Rahmen des Ortspokalturnieres ihr 20-jähriges Bestehen und im August 1994 konnte erstmals die Vereinszeitschrift „SCHWARZ-GELB-AKTUELL“ gedruckt und an die Bevölkerung verteilt werden. Diese Vereinszeitschrift erscheint seitdem monatlich und wir können uns noch gut daran erinnern als wir in München bei einem Seminar des BLSV unsere erste Ausführung präsentierten, dass uns die Verantwortlichen des BLSV nur maximal 5 Jahre auf Grund des hohen Aufwandes für das „SCHWARZ-GELB-AKTUELL“ gegeben haben. Unsere Vereinszeitschrift ist mittlerweile ein fester Bestandsteil der Freizeitlektüre nahezu aller Schimborner geworden und aus dem Ortsgeschehen nicht mehr weg zu denken.

Nicht mehr weg zu denken ist inzwischen auch der Damenfussball bei der SG Schimborn. Es begann 2005 unter der Federführung unseres damaligen Jugendleiters Michael Lingelbach. Mit tatkräftiger Hilfe der Trainer Stefan Reich und Jürgen Kreis konnten „schlagkräftige“ Mädchen und Damenmannschaften gebildet werden die sich kontinuierlich weiter entwickelten und die nach wie vor jeden Spieltag die Zuschauer anlocken. Zur Zeit sind wir mit einer Damenmannschaft in der Kreisliga Unterfranken und einer U 17 Mädchenmannschaft Gruppe Unterfranken vertreten.

Die Sportgemeinde Schimborn hatte per 30.04.2012 – 459 Mitglieder. Diese Zahl setzt sich zusammen aus 172 weiblichen und 287 männlichen Mitgliedern. Darunter befinden sich auch 45 Ehrenmitglieder.
Die Vorstandschaft im Jahre 2012 wird gebildet vom 1. Vorsitzenden Winter Wolfgang, 2. Vorsitzenden Pasquale Morleo, 3. Vorsitzenden Hans Walter Hefner, den techn. Leitern Thomas Ecker und Steffen Oberle, Schriftführer Mario Meier, Kassierer Kurt Rosenberger, sowie 7 Mitglieder des erweiterten Ausschusses.

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